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Ein Gesundheitszentrum im Himalaya – Interview mit Marc von Health Us Nepal

Großer Enthusiasmus, inspirierender Tatendrang Motivation und große Pläne. Diese Worte beschreiben das Projekt Health Us Nepal und Marc, den Gründer dahinter.

Der gebürtige Nepalese wurde im Alter von 6 Jahren adoptiert und wuchs in Girona, Spanien auf, wo er die Möglichkeit hatte, eine Universität zu besuchen und Arzt zu werden. Heute, im Alter von nur 28 Jahren, ist Marc nach Humla zurückgekehrt und hat ein Gesundheitszentrum aufgebaut, um den Menschen in dieser abgelegenen Region mitten im Himalaya medizinische Hilfe zukommen zu lassen. Seit der Eröffnung vor 6 Monaten haben er und sein Kollege bereits mehr als 5000 Menschen betreut. Jeden Tag kommen etwa 25-30 Leute ins Gesundheitszentrum und noch dazu macht Marc häufig Hausbesuche, um dringende Fälle zu behandeln.

Wir bei Nicequest freuen uns, mit Marc und seinem Team zusammenzuarbeiten und auch dir die Möglichkeit zu bieten, deine Muscheln in eine Spende zu verwandeln, um Health Us Nepal zu unterstützen.

 

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Hallo Marc, herzlichen Glückwunsch zur Eröffnung des Gesundheitszentrums, wie läuft es bisher?

Derzeit hat das Gesundheitszentrum einen Apotheker (Naren Phadera) und einen Arzt (mich, Marc) und wir haben sehr viel Arbeit. Bald wird eine dritte Person hinzukommen, ebenfalls aus der Region, als Gesundheitsassistent (Sabin Bhandari). Trotz der Schwierigkeiten bei den Verfahren, Genehmigungen und dem Erhalt verschiedener Medikamente für Simikot sind wir glücklich, wie es vorangeht.

Wie sieht ein normaler Tag für dich aus?

Ich lebe in Simikot, der Hauptstadt der Region Humla, in der Nähe unseres Gesundheitszentrums. Normalerweise stehe ich zwischen 6:00 und 6:30 Uhr auf. An Tagen, an denen es Strom und Mobilfunk gibt, versuche ich, mich mit dem Internet zu verbinden. Um 8 Uhr öffne ich die Apotheke und die Sprechstunde mit Naren. Zwischen 16 und 19 Uhr haben wir am meisten zu tun. Die Patienten kommen meistens alle gleichzeitig und möchten, dass wir uns sofort um sie kümmern. Sie sind nicht daran gewöhnt, Schlange zu stehen und zu warten, bis sie dran sind, also mussten wir ihnen das nach und nach beibringen.

Um 20 Uhr schließen wir das Gesundheitszentrum und vor 22 Uhr bin ich schon im Bett. Ein Tag in Humla ist immer hart.

Zweimal im Monat, und für jeweils etwa 4 Tage, gehe ich zu Fuß in die Dörfer Thee und Takla. Dort betreue ich Patienten, die nicht in der Lage waren, nach Simikot zu gehen. Das sind in der Regel ältere Menschen oder Menschen, die sehr arm sind.

 

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Was war bisher dein schönstes Erlebnis in Nepal?

Für mich persönlich war es das Wiedersehen mit meiner biologischen Familie nach 12 Jahren. Ich wurde im Alter von 6 Jahren adoptiert und meine biologische Familie wusste nie, wo ich war. Ihre Gesichter zu sehen, das Lächeln und der Ausdruck von Glück, als wir uns wieder in Humla trafen, war ohne Zweifel eine der besten Erfahrungen, die ich hier in Nepal gemacht hatte.

Als Arzt möchte ich hervorheben, wie ich vor etwa zwei Jahren einem ungefähr 6-jährigen Jungen geholfen habe, der etwa 7 Meter tief gefallen war und sich den Oberarmknochen seines linken Arms gebrochen hatte.

Er und sein Vater waren aus Ripa, einem Dorf weit von Humla entfernt. Der Vater hieß Harka (genau wie mein eigener Name in Nepal) und sie gehörten einer niedrigen Kaste an. Nach dem Unfall brachte der Vater den Jungen in das öffentliche Krankenhaus der Gegend, wo sie seinen Arm mit einer festen Bandage fixierten, sonst aber nichts für ihn taten. Er trug diesen Verband 3 Wochen und als ich ihn sah, hatte er einen schwarzen Arm und Fieber.

Ich sagte seinem Vater sofort, dass er ins Krankenhaus in Kathmandu gebracht werden sollte, um dort versorgt zu werden, weil das Leben des Kindes in Gefahr sei. Ich sagte ihm, dass der Arm wahrscheinlich nicht mehr zu retten sei. Der Vater hat viel geweint. Ich habe ihnen finanziell so viel wie möglich geholfen, zu dem Zeitpunkt gab es unser Projekt noch nicht.

Nach ungefähr 6 Monaten traf ich sie wieder auf einer Straße in der Nähe des Flughafens Nepalganj. Sie erkannten mich, der Vater zeigte mir mit beiden Händen ein Namaste und der Junge kam angerannt, um mich zu umarmen, mit nur einem Arm und mit einem breiten Lächeln. Kurz darauf begann unser Health Us Nepal-Projekt, Gesundheit nach Humla zu bringen.

 

Health Us Nepal bringt Gesundheitsversorgung in abgelegene Dörfer.
Die meisten Häuser in Humla haben kein fließendes Wasser.

 

Gibt es irgendetwas, das dich während oder zu Beginn des Projekts überrascht hat?

Wir müssen mit der Bürokratie in Nepal sehr geduldig sein, kein „Nein“ akzeptieren und immer weiter machen. Es hat uns viel gekostet, die Genehmigungen und die Lizenz für die Apotheke zu bekommen, aber jetzt haben wir sie endlich.

Außerdem hat mich in Humla überrascht, dass die Menschen, die selbst am wenigsten haben, am meisten geben. Viele Leute, die wir in anderen Dörfern behandelt haben, kommen nach Simikot und bringen uns Gemüse, Obst und Eier. Die Leute sind sehr dankbar.

 

Was sind deine nächsten Pläne?

Der nächste Schritt unseres Projektes ist der Aufbau einer Poliklinik in Simikot und die Erweiterung des Ärzteteams um Krankenschwestern, Hebammen und einige Fachärzte (z. B. Traumatologen, Gynäkologen). Außerdem möchten wir das Gesundheitszentrum um ein Labor erweitern und mit einem Röntgengerät ausstatten. Dies würde uns mehr Spielraum und und Handlungsfähigkeit geben, sowohl legal, als auch mit der richtigen Ausstattung und Infrastruktur.

 

Kinder in Humla, Nepal
Auch den Kleinsten die Grundlagen von Gesundheit beibringen. Das liegt Marc am Herzen.

 

Wie reagiert die lokale Bevölkerung auf dein Projekt?

Im Allgemeinen sind die meisten Menschen sehr begeistert und dankbar, dass wir das Gesundheitszentrum und die Apotheke in Simikot eröffnet haben. Sie schätzen sehr, dass eine Person, die „alle“ Vorteile und Annehmlichkeiten in Spanien hatte, in ihr Herkunftsland zurückkehrt, um den Menschen dort zu helfen.

Wir haben viel Energie und Enthusiasmus, um weiterhin in Humla zu arbeiten und unser Projekt „Health Us Nepal“ auszubauen. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg.

Vielen Dank an Nicequest und Worldcoo für das Interesse an unserem Projekt und für die großartige Möglichkeit, unsere Arbeit fortzuführen. Ich sende euch eine Umarmung und Health Us!

 

Um die Bemühungen von Health Us Nepal zu unterstützen, kannst du deine Muscheln spenden! Besuche den Spendenbereich auf Nicequest.com, erfahre mehr über das Projekt und hilf mit!

 

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