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Projekt gegen Mangelernährung in Bolivien

Nicequest hatte die Möglichkeit, mit Worldcoo an einem Spendenprojekt zu arbeiten, um die Mangelernährung von Kindern in Sopachuy zu bekämpfen und die Schulbildung zu fördern. Mit Hilfe von 4.427 großzügigen Nicequest Mitgliedern konnten wir über 9.500 Euro für mehr als 200 Kinder und Jugendliche sammeln.

Miquel und Mireia sind zwei der BotschafterInnen von Worldcoo. Sie besuchen und begleiten die Projekte, welche die Organisation im Zusammenschluss mit verschiedenen Firmen fördert.

Jetzt sind sie nach Sopachuy gereist, einem der Dörfer mit dem größten Mangelernährungsindex in Bolivien, 24 aus 100 Kindern sind chronisch mangelernährt. Mit der Hilfe unserer Nicequest Mitglieder konnte die Nichtregierungsorganisation Ayuda en Acción die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln verbessern, den EinwohnerInnen vor Ort beibringen, wie sie mit eigenem Anbau ihr Familieneinkommen steigern können und gute Hygienepraktiken und verantwortungsvollen Konsum fördern. Sie können sich das Projekt hier ansehen.

Worldcoo hat mit Miquel und Mireia über ihre Erfahrungen mit Ayuda en Acción in Sopachuy  gesprochen.

 

Wordcoo im Interview mit Mireia und Miquel

Wie würdet ihr Sopachuy beschreiben?

Sopachuy besteht aus neun Gemeinden, die sich auf ein weites Gebiet verteilen. Wir waren in Amancaya, einer der wichtigsten Gemeinden Um dorthin zu gelangen, brauchten wir vier Stunden mit dem Auto von Sucre, der nächsten Stadt. Die letzten anderthalb Stunden war der Weg nur eine unbefestigten Straße, die in Zeiten starker Regenfälle meist unpassierbar ist. Es gibt keine Transportart, die die Gemeinde erreicht und die einzige Möglichkeit für die BewohnerInnen ist es, zu Fuß zu gehen.

Die Straßen des Dorfes sind ebenfalls unbefestigt und immer wieder hat der Regen große Löcher verursacht. Vor drei Jahren bekamen die Häuser endlich Strom. Fließendes Wasser gibt es allerdings noch nicht in allen Häusern und wenn, dann ist es nicht trinkbar. Deswegen gehen die meisten Leute zum Fluss, um ihre Kleidung zu waschen, sich zu waschen und Wasser zum Kochen und Trinken zu holen.

Die Gemeinde verfügt über ein Gesundheitszentrum, das vier weitere Gemeinden (San Isidro, Achatalas, Chavarria und Alisos) sowie eine Grund- und Sekundarschule umfasst. In diesem Jahr haben sie 250 Schüler zwischen 6 und 16 Jahren. Einige der Kinder müssen jeden Tag bis zu eineinhalb Stunden laufen, um zur Schule zu kommen.

 

Sopachuy, auf einer Höhe von 2096 m im Anden-Staat Bolivien.
Sopachuy, auf einer Höhe von 2096 m im Anden-Staat Bolivien.

 

Wie sind die EinwohnerInnen?

Die Einwohner von Amancaya sind Quechua und das ist auch ihre Muttersprache. Das Niveau der schulischen Bildung ist sehr niedrig, wahrscheinlich hat die Mehrheit nur die Grundschule besucht.

Sie sind Katholiken und pflegen einige mit der Göttin Pachamama verbundene Traditionen.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse des Projekts?

Die wichtigsten Auswirkungen, die in der Gemeinde leicht zu erkennen sind, sind die Verbesserungen in der Schule (neue Küche, Waschbecken, Gartenreinigung), das neue Gesundheitszentrum und die Verbesserung der hygienischen und alimentären Gewohnheiten der Bevölkerung.

Dank der durchgeführten Maßnahmen konnten Fälle von Mangelernährung bei Kindern (unter 5 Jahren) reduziert werden. Vor Beginn des Projekts litten 21 % der Kinder an schwerer Mangelernährung, jetzt sind es 5 %.

 

 

Noch immer haben nicht alle Häuser fließendes Wasser.
Noch immer haben nicht alle Häuser fließendes Wasser.

 

Während des Besuchs hatten Sie die Gelegenheit, mit einigen der am Projekt beteiligten Familien zu sprechen. Was dachten sie darüber?

Nach dem Besuch in Sopachuy ist die Dankbarkeit das allgemeinste und aufrichtigste Gefühl, das uns alle Bewohner übermittelt haben.

Elvira, eine Grundschullehrerin, sagte uns: „Ich mochte an diesem Projekt, dass sie uns zum Arbeiten gebracht haben. Hilfe kommt und geht, aber der Funke der Arbeit ist nicht verschwunden.“

 

Obwohl das Projekt vor einigen Wochen zu Ende ging, arbeiten die Bewohner von Sopachuy weiterhin daran, ihre Lebensqualität zu verbessern. Was sind heute ihre Prioritäten?

  1. Die erlernten Gewohnheiten in Hygiene und gesunder Ernährung aufrechterhalten.
  2. Dass Kinder und Jugendliche bis zur Oberstufe in der Schule bleiben.
  3. Die Agrarwirtschaft verbessern, um Landflucht zu reduzieren.
  4. Weiterhin die gesundheitlichen Schwierigkeiten, zum Beispiel im Zusammenhang mit HIV/Aids und Schwangerschaften im Jugendalter bekämpfen und Mangelernährung weiterhin reduzieren.

 

 

Charities that help promote healthy eating habits in all families.
Gesunde und umfassende Ernährungsgewohnheiten standen im Fokus des Projekts.

 

Wie würdet ihr euren Besuch in Sopachuy zusammenfassen?

Dieses Projekt zu besuchen, hat uns die Möglichkeit gegeben, eine andere Realität Boliviens kennenzulernen, eine Realität, die weit verbreitet, aber gleichzeitig wenig bekannt ist. Die ländliche Bevölkerung lebt in prekären Verhältnissen und mit einer sehr geringen Lebensqualität.

Außerdem haben wir uns sehr gefreut, eine Erfolgsgeschichte zu besuchen, in der alle beteiligten Akteure (NGOs, Lehrer, Gesundheitszentrum, Eltern, Studenten, Gemeindeverwaltung) für das Erreichen des Ziels einbezogen wurden.

Lies das Interview hier in voller Länge.

 

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